Fakten zum Y – #5

The human eye blinks an average of-4Nachdem wir in den letzten Beiträgen die Generation Y mit ihren Charakteristika von der Generation X abgegrenzt haben, wollen wir heute über Unterschiede innerhalb der Generation berichten. Denn auch wenn wir Ypsiloner anders sind als unsere Vorgängergenerationen, so gleicht doch bei uns auch nicht ein Ei dem anderen. Valentine und Powers (2013) haben in ihrer Studie die Generation Y nach ihren Werten und ihrem Lebensstil befragt und sie in unterschiedliche Charaktere unterteilt. Der Großteil von uns Ypsilonern konnte den folgenden 3 Charakteren zugeordnet werden:

Die Erfahrenden:
  • Selbstdarstellung ist wichtig
  • Enthusiastische und impulsive Käufer
  • Leicht begeisterungsfähig, jedoch sprunghaft
  • Suche nach Abwechslung, Spannung, Ausgefallenem und Risiko
  • Verfügbares Einkommen wird in Mode, Entertainment und Socialising investiert
Die Strebenden:
  • Imagebewusstsein
  • Leistungsgetrieben
  • Meinung und Anerkennung Dritter ist wichtig
  • Erfolg wird über Geld definiert
  • Es werden stylische Produkte bevorzugt, die den gewünschten Reichtum widerspiegeln
Die Überflieger:
  • Wunsch nach Anerkennung
  • Zielorientierter Lebensstil mit tiefem Pflichtgefühl gegenüber der Karriere und Familie
  • Politisch konservativ, Autoritäten und der Status Quo werden respektiert
  • Stabilität, Übereinstimmung und Konsens werden höher geschätzt als Risiko

Die meisten Studienteilnehmer gehören zur Kategorie der Erfahrenden mit 59 Prozent, gefolgt von den Strebenden mit 24 Prozent und den Überfliegern mit 9 Prozent. Die verbleibenden 8 Prozent verteilen sich mit 1 bis 3 Prozent auf weitere Charaktere. Neben der Einordnung in unterschiedliche Charaktere haben Valentine und Powers in ihrer Studie nach dem Mediennutzungsverhalten der Generation Y gefragt. Hier zeigt sich, dass für die Erfahrenden und die Strebenden das Fernsehen als wichtigstes Medium an erster Stelle steht. Erst an zweiter Stelle kommt das Internet. Nur für die Überflieger ist das Internet das wichtigste Medium, gefolgt vom Fernsehen auf dem zweiten Platz. Dieses Ergebnis erstaunt, da unserer Generation ja eine sehr hohe Internetaffinität nachgesagt wird. Aber vielleicht ist es eine Frage der Interpretation, also was wir Ypsiloner unter Fernsehen verstehen. Denn viele von uns schauen Filme, Nachrichten, etc. nicht nach dem vorgegeben TV-Programm. Heute werden Mediatheken oder Dienste wie Netflix oder Watchever nach dem passenden Angebot durchstöbert, wodurch die Grenzen zwischen TV und Web verschwimmen. Und dass wir Fernsehen alias bewegte Bilder lieben, wird in Zeiten von Youtube und Co. niemand mehr bestreiten wollen.

Was sollten wir an dieser Stelle festhalten? Man sieht, dass man uns Ypsiloner zwar zu anderen Generationen abgrenzen kann, man uns aber kaum als absolut homogene Gruppe sehen sollte. Gerade Unternehmen sollten sich bei der Zielgruppenabgrenzung dieser Unterschiede bewusst sein. Und natürlich dabei nicht vergessen, dass es zu allem Überfluss auch noch Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt. Denn laut Valentine und Powers nutzen wir Y-Frauen beispielsweise häufiger traditionelle Medien, wie Zeitungen oder Magazine als unsere männlichen Altersgenossen.

[1] Valentine D, Powers T (2013) „Generation Y values und lifestyle segments“. In: Journal of Consumer Marketing 30 (7), S. 597-606

Advertisements

Fakten zum Y- # 4

The human eye blinks an average of-3In unserem heutigen Beitrag zur Generation Y wollen wir sie von ihrer Vorgängergeneration Generation X abgrenzen. Denn immer wieder werden beide Altersgruppen in einen Topf geworfen, da sie von einem großen gesellschaftlichen Wandel, wie zunehmenden Scheidungsraten oder dem Abbau von Arbeitsplätzen geprägt wurden. [1]

Als Generation X werden meist die Geburtenjahrgänge zwischen 1965 und 1980 beschrieben und man bezeichnet sie auch gerne als die indifferente, unsichtbare Generation, als Generation Golf oder Generation Praktikum.

In den unterschiedlichsten Medien findet man Vergleiche zu diesen beiden Generationen. Wir haben hier einmal einige aus der Studie von Nobel et al. (2009) aufgegriffen.

Die Generation X und… Die Generation Y und…
… die Entfremdung zur Elterngeneration
Die Generation X ist die erste Generation, die von hohen Scheidungsraten geprägt wurde. Diese Generation ist mit dem Gefühl aufgewachsen, dass Eltern aufgrund des Berufs häufig abwesend sind.
… die Unabhängigkeit zur Elterngeneration
Die Generation Y ist wohl behütet aufgewachsen und hat durch die ständige Präsenz der Eltern, das Bedürfnis die eigene Unabhängigkeit und Freiheit über Konsumentscheidungen zum Ausdruck zu bringen.
… das Dasein als Outsider
Rebellisch und non-konform, das sind die Schlagworte mit der die junge Generation X bedacht wurde. Und noch immer ist es dieser Generation nicht wichtig, was andere von ihr denken.
… die Beliebtheit in der Gruppe
Wir sind der Schwarm, die Crowd, also die Gruppe. Nichtsdestotrotz wollen Ypsiloner in dieser Gruppe etwas Besonderes sein und durch die Anderen der Gruppe anerkannt werden.
… das gesunde Selbstbewusstsein
Selbstbewusstein? Für die Generation X kein Problem. Sie sind stolz darauf, bereits in jungen Jahren gewusst zu haben wer sie sind und wer sie sein wollen.
… die Suche nach sich selbst
Wer sind wir oder wer wollen wir sein? Die großen Fragen der Generation Y sind häufig noch ungeklärt. Die Persönlichkeit wird gerne durch Konsumentscheidungen zum Ausdruck gebracht.
… das Netz als neue Möglichkeit
Die Generation X hat das Internet in den Mainstream geholt. Sie ist die erste Generation, die das Web und die Email als unerlässliches Hilfsmittel im Job verstanden hat .
… das Netz als dein Freund und Helfer
Die Generation Y ist die erste Generation, die bereits in jungen Jahren Email, Instant Messaging und Handys nutzt. Für sie ist es selbstverständlich mit diesen Tools zu arbeiten. Darüber hinaus sind Ypsiloner wahre Freunde der Collaboration Tools und nutzen diese eifrig im Arbeitsalltag, um gemeinsam Probleme einfach und schnell zu lösen.
… die Skepsis zu Marken
Die Generation X scheint wenig loyal gegenüber Marken zu sein. Vor allem altbewährte Marken der Eltern werden meist abgelehnt.
…die Freundschaft zu Marken
Wenn eine Marke gefunden wurde, in der sich die eigene Persönlichkeit widerspiegelt, dann ist die Generation Y treu. Diesen Marken vertraut sie und ist von ihnen überzeugt.

[1] Reisenwitz T, Iyer R (2009) „Differences in Generation X and Generation Y: Implications for the Organization and Marketers“ In: Marketing Management Journal 19 (2), S. 91-103

[2] Noble S, Haytko D, Phillips J (2009) „What drives college-age Generation Y consumers?“ In: Journal of Business Research 62, S. 617-628

Der 1. Product Hunt in FFM mit Yones

IMG_0591Gestern war der erste Product Hunt in Frankfurt und wir waren mit dabei. Uns hat das Meetup sehr gut gefallen, denn nichts ist doch schöner als nette Leute zu treffen, gemeinsam eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken und dann über unsere Idee zu sprechen. Neben vielen spannenden Gesprächen und neuen Kontakten, nehmen wir auch den tollen Ausblick aus dem Silberturm mit nach hause. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an das Organisatorenteam, die Auswahl der Location war einfach klasse.

IMG_0594

IMG_0602

Fakten zum Y – # 3

The human eye blinks an average of-2Bereits in den vorigen Beiträgen haben wir die ökonomische Kaufkraft der Generation Y aufgezeigt. Auch heute wollen wir wieder mit einer spannenden Zahl beginnen, um noch einmal zu verdeutlichen, wie wichtig die Generation Y für die zukünftige Wirtschaft ist. So beziffert Waters (2006) die US-amerikanische Generation Y auf 82 Mio. Menschen, die für die Hälfte der wirtschaftlichen Ausgaben verantwortlich sind, bei einer jährlichen Kaufkraft von 200 Mrd. Dollar. Dieser enormen Kaufbereitschaft kann sich kaum ein Unternehmen entziehen, um so wichtiger ist es zu wissen, worauf wir Ypsiloner beim Einkauf Wert legen.

Die perfekte Website für die Generation Y

In den letzten Beiträgen haben wir bereits aufgezeigt, dass wir als Digital Natives gerne in die Weiten des Netzes eintauchen, um uns auf Kaufentscheidungen vorzubereiten. Dabei ist die Website eines Unternehmens häufig die erste Adresse, um einen Eindruck von einem Produkt zu bekommen. Doch nichts ist schlimmer als eine Website, auf der man nicht die gewünschten Informationen findet. Deshalb aufgepasst liebe Unternehmen: wollt ihr, dass wir eure Produkt mit Freude entdecken, dann beachtet bitte ein paar simple Regeln bei der Gestaltung eurer Website.

Djamasbi et al. (2010) konnten nachweisen, dass für die Generation Y solche Websites attraktiv sind, die große Bilder auf der main page zeigen, wenig Text beinhalten, über eine leicht zu findende Suchfunktion verfügen und Bilder von Prominenten zeigen. Man sagt der Generation Y gerne nach, dass wir das Bilderbuchalter nie wirklich hinter uns gelassen haben und gewissermaßen stimmt das. Mit emotionalen Bildern erreicht man uns eher, als mit einem ausführlichen Text. Denn für uns gilt, erkläre uns lieber dein Produkt in einer ansprechenden Fotostory als mit einem lang(weilig)en Text. Und wer kennt das nicht? Man findet nicht direkt die passende Information auf einer Seite und schwupps wird die Suchfunktion betätigt, die hoffentlich so entwickelt wurde, dass sie auch im Normalfall ein brauchbares Ergebnis liefert. Denn ehrlich gesagt, nichts ist doch nerviger als eine Suchfunktion, von der man glaubt, dass sie entweder gar keine nützlichen Informationen liefert oder nicht die gesuchten Informationen. Und zuletzt das Thema Prominente, sie verkörpern meist einen bestimmten Lifestyle, der kopiert werden will, wenn man besonders hip und trendy sein möchte.

Die Gestaltung von schlichten und schnellerfassbaren Websites ist bereits sehr häufig im Netz anzutreffen. Gerade unter den Startups finden sich viele, die ihre Websites nach diesen Kriterien erstellt haben. Dementsprechend sollte es für Großunternehmen ja eigentlich kein Problem sein, die Aufmachung der eigenen Seite einmal zu überdenken und im Zweifelsfall ein wenig zu verschlanken.

[1] Waters J (2006) „Young, with tons of purchasing power“. Market Watch, The Wall Street Journal Digital Network. http://www.marketwatch.com/story/young-americans-a-giant-influence-on-buying-decisions-study

[2] Djamasbi S, Siegel M, Tullis T (2010) „Generation Y, web design and eye tracking“. In: International Journal of Human-Computer Studies 68, S. 307-323.

 

Fakten zum Y – #2

Die Karriereverweigerer

Die Generation Y bringt alle Voraussetzung mit, die man für den heutigen Arbeitsmarkt braucht. Im Vergleich zu den älteren Generationen haben wir den höchsten Bildungsstand, sind am weitesten gereist und haben technologisch gesehen die höchsten Ansprüche. Trotzdem gibt es vielThe human eye blinks an average ofe Personalverantwortliche, die einem Bewerbungsgespräch mit uns mit wenig Freude entgegen blicken, da wir zuweilen mit eher unkonventionellen Job-Vorstellungen aufwarten. Der wohl entscheidendste Unterschied zu unseren Eltern und Großeltern ist, dass wir „arbeiten, um zu leben“ und sie „leben, um zu arbeiten“. [1] Geld und Statussymbole stellen für uns nur untergeordnete Anreize dar bei der Auswahl des Arbeitgebers. Viel häufiger stellen wir die Frage nach der 4 Tage Woche oder geeigneter Kinderbetreuung. Wir wollen die berühmte Work-Life-Balance erreichen und unsere Familienwünsche nicht hinter dem Beruf zurückstellen. [2]

Die Trophäengeneration

Auf was müssen sich also Arbeitgeber einstellen, wenn sie uns als Angestellte gewinnen und vor allem behalten wollen? Wir sind es gewohnt, konstantes Feedback und Lob zu erhalten und jeder erhält einen Preis, wenn er einfach nur mit dabei ist. Wir erwarten von Vorgesetzten, dass sie uns häufiger als zweimal im Jahr beim offiziellen Feedbackgespräch eine Einschätzung zu unserer Arbeitsleistung geben. Darüber hinaus verlangen wir immer eine Antwort auf die Frage warum. Wir möchten Prozesse und Arbeitsabläufe verstehen und wollen sie auch in Frage stellen dürfen. Wir wollen gehört werden, denn wir sind es gewohnt überall mitreden zu dürfen. Wenn man uns eine offene Meinungsäußerung gestattet, dann lassen wir uns begeistern und identifizieren uns mit einem Arbeitgeber. Für Vorgesetzte bedeutet dies, dass sie sich als Mentoren der jungen Kollegen verstehen sollten. Eine Generation wie unsere, die eine so hohe Meinung von sich selbst hat (man nennt uns auch gerne die „American Idol“-Generation, da wir der Auffassung sind, dass wir alle Superstars werden könnten), braucht einen Ansprechpartner, der Ratschläge zum Leben in dem Ökosystem Unternehmen gibt. [1]

Die Teamworker

Doch bei aller Selbstüberschätzung, sollte man unsere Generation nicht als verwöhnte Träumer abtun. Denn wir werden als sehr gute Teamworker wahrgenommen, die es gewohnt sind Informationen zu teilen. Wer sich heutzutage in sozialen Netzwerken tummelt oder auf einem Blog seinen Senf zum besten gibt, kann soziale Anerkennung erlangen. Auch das Phänomen Wikipedia passt in dieses Bild. Scheinbar von unsichtbarer Hand schreibt sich dieses riesige Lexikon eigenständig fort. [3] Für uns hat die Teamarbeit auch einen höheren Stellenwert als für die älteren Generationen. Wir arbeiten lieber in der Gruppe als alleine, betreiben gerne gemeinsam Sport und verstehen uns insgesamt besser untereinander als die jungen Menschen vor zehn Jahren. Im Gegensatz dazu stellen wir Autoritäten eher in Frage. So haben und hatten es Lehrer mit unserer Generation sicherlich nicht leicht, denn wir schenken Gleichaltrigen mehr Vertrauen, wenn es darum geht über die Relevanz eines Themas zu entscheiden. [4]

 

[1] Crampton S, Hodge J (2009) „GenerationY: Unchartered Territory“. In: Journal of Business & Economics Research.

[2] Bund K (2014) „Wir sind jung…“. http://www.zeit.de/2014/10/generation-y-glueck-geld

[3] Palfrey J, Gasser U (2012) „Reclaiming an Akward Term: What we Might Learn from ‚Digital Natives'“. In: Journal of Law and Policy for the Information Society.

[4] Gardner S, Eng S (2005) „What Students Want: Generation Y and the Changing Function of the Academic Library“. In: Libraries and the Academy.

Unsere iOS-Version für Yones Pro ist da!

all you can readLiest du Connect, PC Magazin oder Screen Guide? Dann hole dir unsere iOS-Version für Yones Pro für momentan 0,99€. Lies alle kostenpflichtigen Artikel unserer Partnerverlage mit nur einem Abo. Haben wir dein Interesse geweckt? Dann teste unsere App für den ersten Monat kostenfrei. Hier geht es zu

GooglePlay https://play.google.com/store/apps/details?id=yones.activities&hl=de

iTunes https://itunes.apple.com/de/app/yones-wir-lernen-wofur-du/id533765869?mt=8

oder schaue auf unserer Website www.yones.net vorbei.

Fakten zum Y – #1

In unserem letzten Beitrag haben wir eine kleine Einführung zur Generation Y gegeben. Dies wollen wir an dieser Stelle mit unserer Serie Fakten zum Y fortführen und neue Einblicke in die Eigenheiten unserer Generation geben.Fakten_Y_1

Die Identitätstechniker

Individualität ist in unserer Generation ganz hoch im Kurs, wir wollen uns alle von der breiten Masse abheben, um dann aber bitte von dieser bewundert zu werden. Unser eigenes Individualitätsverständnis ist Teil unserer Identität, die wir durch den Einsatz von Technologien gestalten. Wir sind die Generation der Personalisierer. Wir wollen, wie bspw. in sozialen Netzwerken, individuelle Profile erstellen, die wir stets mit neuen Informationen zu unserer Person füttern können. Wir posten Bilder und Inhaltsbeiträge, die unsere Stimmungs- bzw. Gefühlslage wiederspiegeln. [1] Denn wir unterscheiden nicht zwischen unserer Online- und Offline-Identität. Für uns sind es zwei Seiten der gleichen Medaille, die nur zusammen das Ganze ergeben. [2]

Die Konsumisten und Smart Shopper

Doch wir gehen noch weiter. Mit dem Internet halten wir eine „Technologie“ in den Händen, die es uns erlaubt überall und zu jeder Zeit zu konsumieren. Bereits 2003 beschrieben Bakewell und Mitchell in einer Studie, dass die Generation Y mit Eintritt ins Erwachsenenalter eine beispiellose Kaufkraft besitzen würde. Für uns gehört Konsum zu unserer Identität. Wir haben die Mittel und den Zugang zu Konsumgütern jeder Art, so dass unser gesamter Lifestyle eng mit Konsum verknüpft ist. Gerade für viele Frauen unserer Generation ist das Einkaufen eine Beschäftigung, die zur Entspannung dient. [3] Doch wer jetzt glaubt, dass wir alle willkürliche Dauerkäufer sind, die immer dem neusten Produkt hinterher hechten, liegt falsch. Die Forschung hat den Begriff „Smart Shopper“ entwickelt, um zu unterstreichen, dass unsere Generation die Möglichkeiten des Webs nutzt, um sich vor Kaufentscheidungen detailliert über ein Produkt zu informieren. Dabei nutzen wir das Netz auch gerne, um intensiv nach Vergünstigungen zu dem Wunschprodukt zu suchen. [3]

Die Finanzierungsfreudigen

Auch die Finanzierung unserer Konsumwünsche unterscheidet sich von unserer Elterngeneration. Während die Generationen vor uns das Spardiktat eingebläut bekommen haben, sind wir risikofreudiger. Uns stehen Darlehen und Kredite jeglicher Coleur zur Verfügung, die wir gerne in Anspruch nehmen, um materielle Wünsche zu erfüllen. [3] In einer Studie von Zhu et al. (2012) konnte sogar gezeigt werden, dass Nutzer sozialer Netzwerke besonders risikofreudig sind bei finanziellen Entscheidungen, da sie fälschlicherweise davon ausgehen, dass sie bei finanziellen Schwierigkeiten Unterstützung durch die Community erhalten.

Was lernen wir aus diesen Erkenntnissen und noch viel wichtiger was sollten Unternehmen im Umgang mit der Generation Y berücksichtigen?  Zuerst einmal sollten Unternehmen uns als attraktive Zielgruppe wahrnehmen und nicht wie es uns schon zuweilen aus der Verlagsbranche entgegengeschallt ist, uns einfach aufgeben. Sicherlich wir sind nicht mit den traditionellen Maßnahmen zu begeistern, denn wir suchen das Erlebnis im Konsum. Aber wenn Unternehmen begreifen, dass wir Produkte mitgestalten bzw. personalisieren wollen oder dass wir uns intensiv mit Produkten vor der Kaufentscheidung auseinandersetzen und dabei wirklich jede verfügbare Information aus dem Netz zu Rate ziehen, dann können sie uns begeistern.

Fortsetzung folgt…

 

[1] Kinnula M, Moilanen K, Kinnula A (2012) „It would be handy if it had pictures, if you can’t read – Young digital natives as mobile phone users“. In: Proceedings of MUM 2012

[2] Palfrey J, Gasser U (2012) „Reclaiming an Akward Term: What we Might Learn from ‚Digital Natives'“. In: Journal of Law and Policy for the Information Society

[3] Bakewell C, Mitchell V (2003) „Generation Y femal consumer decision-making styles“. In: International Journal of Retail & Distribution Management

[4] Zhu R, Dholakia U, Chen X, Algesheimer R (2012) „Does online community participation foster risky financial behaviour?“ In: Journal of Marketing Research

 

Neues von der Generation Y

In unserem Beitrag zum Geschäftsmodell haben wir bereits über das Mediennutzungsverhalten der Generation Y gesprochen. Nun wollen wir noch tiefer in dieses Thema eintauchen, um ein besseres Bild vom typischen Yianer zu bekommen. Wir finden das Thema deshalb so spannend, da wir häufig als Kritik zu unserem Geschäftsmodell hören, dass doch niemand aus dieser Generation bereit wäre für Online-Inhalte zu zahlen. Natürlich sehen wir dies – selbst Mitglieder des Y-Clubs – ein wenig anders und wollen auf diesem Wege euch Interessierten da draußen die Eigenheiten unserer Generation näher bringen.

Generation Y

Wer gehört zur Generation Y?

Es gibt weder in der Forschung noch im Allgemeinverständnis eine einheitliche Definition der Generation Y. Das Y ist einerseits als Abgrenzung zur Generation X (Geburtenjahrgänge von 1961 – 1979) zu verstehen und andererseits steht es für unsere Vorliebe zur Frage „warum“, was im Englischen „why“ bedeutet und somit genauso ausgesprochen wird wie das englische Y. Zur Generation Y zugehörig werden meist alle diejenigen angesehen, die zwischen 1980 und 1999 geboren wurden. Eine harte Grenze stellen diese Jahreszahlen jedoch nicht dar, sondern sind vielmehr als Richtwerte zur Einordnung der Generation zu verstehen.

Doch das Alter allein reicht nicht, um die Generation Y zu beschreiben. Wir werden häufig auch als Digital Natives bezeichnet, was verdeutlich soll, dass unser exzessives Technologienutzungsverhalten uns von anderen Generationen unterscheidet. [1] Doch auch dieses Merkmal alleine reicht noch nicht aus, um die Generation Y zu fassen. Denn Yianer ist nur, wer früh den Zugang zu Technologien erhalten hat, um spielerisch dieses Medium kennenzulernen. Wem jetzt der Elite-Gedanke in den Sinn kommt, liegt richtig. Denn werden wir auch häufig als Weicheier oder Luxusgeschöpfe betitelt, so machen diese Bezeichnungen eins ganz deutlich: wir sind die Generation, die in der heilen Welt von Pippi Langstrumpf und Ronja Räubertochter aufgewachsen ist, wir wurden von unseren Helikopter-Eltern stetig umsorgt und früh gefördert. Damit werden alle diejenigen unserer Altersgenossen ausgeschlossen, die bspw. in Entwicklungsländern aufgewachsen sind oder aufgrund ihrer Lebensumstände am deutschen Bildungssystem oder schließlich auf dem deutschen Arbeitsmarkt gescheitert sind. [2]

Fakten_Y_0

An dieser Stelle hat nun sicherlich jeder von euch eine zumindest grobe Vorstellung wer oder was die Generation Y ist. Doch wirklich viel näher sind wir damit dem Verständnis über die Eigenarten dieser Generation noch nicht gekommen. Es gibt etliche Studien, die sich mit dem Phänomen Y auseinandersetzen und die Erkenntnisse daraus wollen wir euch nicht vorenthalten. Wir werden in den folgenden Beiträgen u. a. über den Zusammenhang zwischen unserem Technologienutzungsverhalten und unserer Identität, unsere Einstellung zu Beruf und Karriere und unserer Vorliebe des Recycling von Beiträgen Dritter im Netz und der damit oft gestellten Frage nach Urheberrechten berichten.

[1] Bolton R, Parasuraman A, Hoefnagels A, Migchels N, Kabadayi S, Gruber T, Loureiro Y, Solnet D (2013) „Understanding Generation Y and their use of social media: a review and research agenda“. In: Journal of Service Management 24 (3), S. 245-267

[2] Bund K (2014) „Wir sind jung…“ http://www.zeit.de/2014/10/generation-y-glueck-geld

Startup Tour München: Wir waren mit von der Partie

Gestern fand in München die Startup Tour von kindai:projects statt und wir waren eingeladen, vor einem kleinen aber feinen Publikum unser Geschäftsmodell vorzustellen. Alle Zuhörer waren Mitarbeiter des Carl Hanser Verlags, die gerne mehr über die Möglichkeiten in einer digitalisierten Verlagsbranche erfahren wollten.Chris_kindai Chris konnte hier mit unserem Geschäftsmodell auf voller Linie punkten und vermitteln, wie die Generation Y Nachrichten konsumiert. Wir fanden es einen tollen Austausch in sehr netter Runde und freuen uns in Zukunft auf weitere solche spannenden Gelegenheiten.

Die beliebtesten Nachrichtenseiten 2014

Zu Beginn des neuen Jahres haben wir die Chance genutzt und einmal unsere Datenbanken nach spannenden Daten für Rankings durchsucht. Wir haben uns intern gefragt, was für uns spannende Vergleiche sein könnten und haben anhand der Daten Rankings erstellt. Wir hatten es schon vermutet, der Spiegel ist nach unseren Werten die beliebteste Newsseite im Jahre 2014 bei den Lesern. So hat der Spiegel im letzten Jahr für seine Artikel die meisten Likes erhalten mit deutlichem Abstand zu den Zweit- und Drittplatzierten. Spannend fanden wir, dass viele allgemeine Nachrichtenmedien (wie Focus, Zeit, FAZ) unter den ersten zehn Platzierten waren und somit mit Unmengen an Likes beschenkt wurden. Erstaunt waren wir, dass unter den ersten zehn Platzierten keine Magazine oder Zeitungen zu finden sind, die einen stärkeren Fokus auf Lifestyle und Boulevard setzen. Wir gingen bis dato davon aus, dass vor allem Beiträge aus diesem Genre Likes bekommen. 1

Schaut man sich an, wer besonders viele Artikel veröffentlicht hat im letzten Jahr, so überraschen finanzen.net und Sport1 nicht. Kurzmeldungen sind gerade im Finanz- und Sportbereich an der Tagesordnung. Den Stern auf dem zweiten Platz zu sehen, fanden wir überraschend, da er mehr Artikel als Sport1 veröffentlicht hat und wir davon ausgehen, dass er nicht vorrangig Kurzmeldungen publiziert. Deshalb ist der Stern für uns an  dieser Stelle der geheime Gewinner unter den fleißigsten Redaktionen im Jahr 2014.2

Neben den fleißigen und besonders beliebten Newsseiten haben wir auch ausgewertet, welcher Artikel im Jahr 2014 die meisten Likes erhalten hat. Hier konnte sich der Stern durchsetzen mit einem Beitrag zu einem Poetry-Slam Auftritt. An zweiter, fünfter, neunter und zehnter Stelle hat sich der Postillon mit seinen Satire-Beiträgen positioniert. Da bleibt uns nur noch zu sagen, herzlichen Glückwunsch liebe Postillon-Redaktion, die sozialen Medien in Deutschland sind euer Kanal. Insgesamt zeigt sich hier, dass die ersten zehn Plätze von einem buntgemischten Artikelangebot belegt werden. Das Angebot reicht von lustig, emotional bis hin zu ernsthaften Themen. Eine Link-Liste zu den Top-Ten Artikeln findet ihr unten, dann könnt ihr euren persönlichen Favoriten küren.Newsseiten_Statistik_1

(1) Stern: Dieses Video könnte Ihr Leben ändern
(2) Der Postillon: Schlagstöcke und Pyrotechnik sichergestellt: Polizeilöst unerlaubte Kinderdemo auf
(3) Stern: Bruder schenkt Braut einen ganz besonderen Hochzeitstanz
(4) Zeit: Thomas Hitzlsperger bekennt sich zu seiner Homosexualität
(5) Der Postillon: Jahrzehntelang nur Milchreis: Kleiner Hunger an Mangelernährung gestorben
(6) Stern: Frauen sollten bezahlten Menstruationsurlaub bekommen
(7) Bild: Für immer zusammen: Paar stirbt Hand in Hand
(8) Süddeutsche: Primark-Kunden finden eingenähte Hilferufe in Kleidung
(9) Der Postillon: Spielverderberin spendet für ALS-Forschung, ohne sich mit Eiskübel zu begießen
(10) Der Postillon: Nach Schließung von Burger-King-Filialen: Tausende Jugendliche vom Hungertod bedroht

Zuletzt wollten wir wissen, welches Nachrichtenmedium im Durchschnitt am erfolgreichsten bei der Likes-Sammlung war. Klarer Sieger mit großem Abstand ist der Postillon. Auch bereits bei unseren vorigen Rankings konnte er sich unter den anderen Nachrichtenmedien behaupten, auch wenn seine Satire-Berichterstattung bereits als solche exotisch unter den klassischen Berichterstattern heraussticht. Die verbleibenden neun Wettbewerber erhalten 7 bis 105 Likes pro Artikel im Schnitt. Während demnach die Zeit zufrieden sein kann mit der durchschnittlichen Anzahl ihrer gelikten Artikel, empfehlen wir dem Handelsblatt einen höheren Fokus auf die sozialen Medien zu legen.3